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Brotkunst auf dem Lindenhof

Brotkunst auf dem Lindenhof

Julia
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Was steckt in unseren Lebensmitteln? Tue ich meinem Körper damit etwas Gutes? Und wurde das Produkt nachhaltig produziert?

Diese Fragen sind für viele Menschen beim Einkaufen in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden. In Tans Brot Boutique setzt man deswegen auf Natürlichkeit und Transparenz – und das kommt an.

Besonderes Brot zum Anbeißen. © Julia Wadle

Koch und Bäckermeister

Cranberry und Walnuss, Quinoa und Jasmin, Birne, Mandel und Haselnuss – die Brotkreationen haben mit den Fertigschnitten aus dem Supermarkt nichts gemein.

Die verschiedenen Sorten hat Tan, der vor seiner Ausbildung zum Bäckermeister bereits den Beruf Koch gelernt hatte und deswegen weiß, welche Aromen zusammenpassen, alle selbst entwickelt.

Den Wunsch nach einem eigenen Laden hegte Tan schon lange. © Julia Wadle

Auf Importe verzichten

Doch nicht nur kreative Sorten machen die Brotboutique zum Bäcker der anderen Art: In der Backstube der Brotboutique wird auf künstliche Zusatzstoffe verzichtet, auch alle Obstsorten werden ungeschwefelt verarbeitet, wie Tan berichtet.

Tan verzichtet auf Zusatzstoffe. © Julia Wadle

Kurze Transportwege sind ihm ebenfalls wichtig, um die Umwelt zu schonen und frische Produkte zu ermöglichen.

„Wir nehmen beispielsweise statt Meersalz Steinsalz, das gibt es hier in der Region und muss nicht importiert werden. Auch andere Produkte wie Kürbiskerne, die sonst meist auf China importiert werden, beziehen wir aus der Region“, erklärt Steffi, Tans Freundin, die im Laden für die Buchhaltung zuständig ist.

Anfangs noch nach Roggenbrot gefragt

Doch wie kommen die außergewöhnlichen Brotsorten auf dem Lindenhof an? „Am Anfang haben sich die Leute erst nicht an das Quinoabrot rangetraut, sondern nach Roggenbrot gefragt.

Aber nach ein paar Wochen hat sich das geändert und unsere Produkte wurden sehr gut angenommen“, berichtet Steffi weiter.

Verzicht auf Zusatzstoffe

Zu den Kunden gehören neben vielen jungen Familien auch Menschen, die Brot sonst nicht so gut vertragen – außer die Sorten von Tan, wie er erzählt.

„Ich freue mich, wenn ich im Verkauf mit den Kunden ins Gespräch komme und sie mir berichten, dass sie unser Brot wegen des Verzichts auf Zusatzstoffe besser vertragen als normales Brot. Auch über Instagram bekommen wir viele Rückmeldungen, das ist eine tolle Bestätigung.“

Brötchen gibt es in der Brot Boutique nicht – diese gehen ohne Zusatzstoffe nicht auf. © Julia Wadle

Brötchen gibt es in der Brot Boutique übrigens nicht – diese gehen ohne Zusatzstoffe nicht auf, deswegen sich Tan lieber auf Brot spezialisiert hat.

Transparenz bei Produkte und Produktion

Transparent ist Tan nicht nur bei der Auswahl der Zutaten, sondern auch bei der Produktion seiner Produkte.

Denn anders als in klassischen Bäckereien, bei denen die Backstube in einem Hinterraum liegt, ist der Backraum der Brot Boutique direkt hinter der großen Glasscheibe Richtung Meerfeldstraße, Fußgänger können ihm und seinen Teilzeitkräften im Vorbeigehen direkt in den Ofen sehen.

Der Backraum direkt hinter einer Glasscheibe. © Julia Wadle

Ein Tag nach der Meisterprüfung folgt der Antrag des Gewerbescheins

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Der Wunsch, einen eigenen Laden aufzumachen, hat Tan schon lange. Bereits Anfang 2019 begann er, eine passende Immobilie zu suchen und wurde in seiner alten Wohngegend fündig.

„Am 17. Juli hatte er seine Meisterprüfung und schon einen Tag später hat er den Gewerbeschein beantragt“, berichtet Steffi.

Mehr Freizeit durch späteres Öffnen

Gleichzeitig wollte Tan trotz seiner Liebe zum Handwerk des Bäckermeisters eine bessere Work-Life-Balance und nicht, wie sonst in der Branche üblich, um zwei Uhr nachts anfangen zu backen. „Wir fangen morgens um sechs Uhr an, das ist ein Luxus als Bäcker. Man hat so viel mehr vom Leben “, berichtet er.

Deswegen öffnet die Bäckerei auch erst am Vormittag gegen elf Uhr statt morgens. Daran hätten sich die Kunden jedoch schnell gewöhnt, viele Kunden würden abends nach dem Feierabend ihr Brot für den Abend und den kommenden Morgen holen.

Cranberry und Walnuss, Quinoa und Jasmin, Birne, Mandel und Haselnuss – die Brotkreationen haben mit den Fertigschnitten aus dem Supermarkt nichts gemein. © Julia Wadle

Weitere Filiale soll folgen

Bis zu 400 Brote verkauft Tan inzwischen nach eigenen Angaben – ein Ansporn für ihn, weiterzumachen und sich und seine Brot Boutique weiter auszubauen. Noch in diesem Jahr möchte der Bäckermeister eine zweite Filiale in Mannheim eröffnen.

Schließlich passiert es ihm jetzt schon manchmal am Nachmittag, wie er auf Instagram postet, dass er schließen muss, weil alle Laibe verkauft sind.

Und wenn doch mal etwas übrig bleibt? „Ich bin auch privat ein Brotliebhaber und nehme mir am liebsten abends ‚Tans Laib‘ mit“, sagt der 31-jährige Mannheimer.

  • Tans Brot Boutique
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