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Das Glück auf der Slam-Bühne

Das Glück auf der Slam-Bühne

Sebastian

Die Auftritte von Sylvie le Bonheur sind für die Künstlerin auch immer eine kleine Reise in ihre eigene Schulzeit. Im Französisch-Leistungskurs taufte damals eine Mitschülerin die stets gut gelaunte Sylvia auf „Sylvie le Bonheur“ (auf deutsch: „Sylvia, das Glück“). „Ich habe den Namen damals auch auf verschiedenen sozialen Netzwerken übernommen und mich so auch zu meinem ersten Poetry Slam angemeldet.“

Start der Karriere

2009 begann die Poetry-Slam-Karriere von Sylvie le Bonheur, die ihren richtigen Namen auf eigenen Wunsch hin nicht in den Medien lesen möchte. Der Künstlername auf der Bühne, er war dabei ursprünglich auch eine Vorsichtsmaßnahme der gebürtigen Schwäbin, die kurz vor ihrem Poetry-Slam-Debüt aus beruflichen Gründen nach Mannheim gezogen war. „Wenn der Auftritt blöd gelaufen wäre, wüsste niemand, dass ich es gewesen bin“, begründet sie ihr Pseudonym.

© Susanne Reichardt

Persönliche Geschichten der Slamerin

Doch der Auftritt lief alles andere als blöd. Sylvie le Bonheur fand Gefallen daran, sich auf der Bühne mit selbst geschriebenen Texten in einem Wettbewerb mit anderen Slamern zu messen. Dass das so kam, war nicht abzusehen. „Zu meiner ersten Poetry-Slam-Veranstaltung als Zuhörerin musste mich eine gute Freundin regelrecht hinschleppen“, erinnert sich die Sprachkünstlerin an ihre ersten Berührungspunkte mit der Szene. Nach der Veranstaltung, sagt sie, habe sie das „sofort auch probieren wollen, obwohl ich nicht gedacht habe, dass ich das kann“. Seitdem gehören Poetry Slams zu ihrer Lieblingsbeschäftigung in der Freizeit. Die Texte von Sylvie le Bonheur, sie erzählen persönliche Geschichten. Geschichten, über die Leute lachen sollen, „dann macht es mir auch Spaß“.

Lacher & Applaus

Ein Ziel von Sylvie le Bonheur sei es, „schmerzhafte Erfahrungen in etwas Schönes zu verwandeln“. So wie ein Gespräch, das sie einmal mitten in der Pubertät, mit ihrer Mutter geführt hatte. Auf die Frage, weshalb ihre Schwester bereits einen Freund habe, sie aber noch nicht, antwortete die Mutter: „Mach dir keine Sorgen, es kommt nicht immer nur auf das Äußerliche an. Du findest auch noch jemanden.“ Damals für Sylvie le Bonheur schmerzhaft, sorgte der Text während eines Wettbewerbs zu ihrer Freude für Lacher und viel Applaus.

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Es geht um Spaß und nicht um den Wettbewerb an sich

Sylvie le Bonheur ist mittlerweile eine in Baden-Württemberg etablierte Poetry-Slamerin. In der als Wettbewerb ausgetragenen Vortragsform müssen Teilnehmer eigene Texte möglichst originell dem Publikum präsentieren, das dann über den Gewinner entscheidet. „Der Wettbewerb steht für mich nicht so im Vordergrund. Ich möchte den Zuhörern vor allem Spaß bereiten“, sagt Sylvie le Bonheur, die bei Teilnahmen an baden-württembergischen Meisterschaften bereits zweimal den dritten Platz belegt hat.

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