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Ein Ort zum Nachdenken

Ein Ort zum Nachdenken

Augen zu. Einatmen. Ganz tief. Spüren, wie sich die Kälte ihren Weg in die Lunge bahnt. Als würde in der Brust alles gefrieren. Stück für Stück. Beim Ausatmen breitet sich wieder Wärme aus. Die Luft schmeckt so sauber.

Zeit und Ruhe genießen

Ich stehe auf einem laubbedeckten Weg. Lausche. Vögel zwitschern durcheinander. Einatmen. Rechts knackt es. Und links ein Rascheln. Ausatmen. Meine beiden Hunde genießen die Zeit im Käfertaler Wald genauso wie ich. Wobei sie sie nutzen, um herumzurennen, zu schnuppern und Stöcke zu zerkauen. Ich dagegen genieße einfach nur die Stille.

Der perfekte Ort für einen ausgiebigen Spaziergang mit seinem Vierbeiner. © Joana Rettig

Hier kann ich nachdenken. Einmal ich sein. Nur ich. Klar – mir kommen Menschen entgegen. Am Wochenende spielen hunderte Kinder auf dem Waldspielplatz. Aber hier verhallen all die Geräusche scheinbar im Nichts. Hier, zwischen den Bäumen. Wo mich das Laub über die Wege trägt. Vier Grad unter null. Selbst die Kälte macht hier glücklich. Sie gibt mir noch ein bisschen mehr das Gefühl von Einsamkeit.

Und selbst wenn es fröstelt, kann man bei einer kleinen Runde hier gut abschalten. © Joana Rettig

Ort gegen Schnelllebigkeit

Ich gehe und gehe. Einen Fuß vor den anderen. Vergesse die Zeit. Versinke in meinen Gedanken. Bewundere das Lichtspiel der Sonne zwischen den Baumkronen. Auf heruntergefallenen Blättern bildet sich eine Frostschicht. Ich liebe die Stadt – aber raus muss ich trotzdem hin und wieder. Der Wald rettet mich dann, wenn mal wieder alles zu viel wird. Er reißt mich aus dieser Schnelllebigkeit heraus. Nimmt mir den Stress. Gibt mir so viel: Wege, die nie enden zu wollen scheinen. Laubbäume, die in den Himmel ragen. Die Vogelstimmen. Das Knacken der Äste. Den Wind. Das Rauschen der Bäume. Den Geruch: Es riecht so frisch. So erdig.

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Und das genießen die Hunde offensichtlich auch. © Joana Rettig

Knotenpunkt Karlstern

Ich wandere abseits des Knotenpunktes – der Karlstern. Zick Zack. Mal weiß ich nicht mehr, wo ich bin. Das macht aber nichts. Das muss ich nicht wissen, solange ich wieder heim finde. Der Karlstern ist dann das I-Tüpfelchen. Dort gestartet, endet auch hier meine Reise. Nach einem einstündigen Spaziergang beobachte ich noch die Wildtiere im Gehege. Wildschweine, Mufflons, Hirsche, Rehe, Bisons. Sehe, wie sie auf Heu herumkauen. Irgendwie hypnotisch. Laufe am Gehege entlang. Ganz in Ruhe. Ohne Hektik. Nur für mich.

Ab und an läuft man auch mal jemandem über den Weg 😉 © Joana Rettig
  • Käfertaler Wald
  • Anreise
  • Mit dem Fahrrad
  • oder dem ÖPVN: „Käfertaler Wald“ Bahn 4/4A | Bus 53, 55
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