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Wo „der Dicke“ geschmatzt wird und „Iggy“ gemampft
 

Wo „der Dicke“ geschmatzt wird und „Iggy“ gemampft

Burger mit klangvollen Namen wie „Der Dicke“ oder „Der Iggy aus Hawaii“, Drinks mit Süßigkeiten-Deko und gemütliches Hipster-Flair im Gastraum – all dies erwartet man eher nicht, wenn im beschaulichen Mannheim-Seckenheim ein neues Lokal eröffnet. Doch Burak hat genau das gewagt. „Meine Eltern meinten, ich sei verrückt“, erzählt der 27-Jährige. Zehn Jahre hatte Burak  als Rettungssanitäter gearbeitet. Der Wunsch, sein eigener Chef zu sein, frei von harten Hierarchien tätig zu sein und ein eigenes Restaurant zu eröffnen, wurde währenddessen immer stärker. Gastro-Erfahrungen hatte er dagegen nicht gesammelt, obgleich auch seine Mutter in dieser Branche tätig ist. Doch wie es sich manchmal alles fügt, fand Burak die passende Immobilie, um seinen Traum zu verwirklichen: ein kleines Haus neben dem Hundesportverein in Seckenheim. „Im Jungbusch wäre ich nur einer von vielen Burgerläden gewesen, deswegen bin ich hier draußen sehr glücklich“, sagt er.

Der „Dicke mit Käse“ ist der Lieblingsburger von Inhaber Burak. © Julia Wadle

Das richtige Fleisch ist entscheidend

Leicht war der Anfang trotzdem nicht. Nach Wochen des Umbauens, Streichens, Einrichtens war das Gebäude schließlich Anfang des Sommers fertig. Fehlten nur noch zwei Dinge: ein Name und gute Burgerrezepte. Beides fand der Neugastronom schnell. „Der Name ,Mampf&Schmatz‘ ist mir ganz spontan eingefallen, das hat keine fünf Minuten gedauert.“ Für die Rezepte hat Burak in der heimischen Küche rumexperimentiert und probiert. „Das waren schon lustige Abende“, erinnert er sich schmunzelnd. Gleichzeitig wurde ihm eines klar: Ein guter Burger steht und fällt mit dem richtigen Fleisch. Doch damit gehen auch Herausforderungen einher, die Burak vorher so nicht hat auf sich zukommen sehen, wie er erzählt. „Wir arbeiten jeden Tag mit frischem Fleisch, konnten es aber anfangs noch nicht so gut abschätzen, welche Menge wir wann benötigen. Das hat in den ersten Wochen auch einmal dazu geführt, dass wir gegen 9 Uhr abends keine Burger mehr anbieten konnten“, berichtet Burak. Das sei jedoch inzwischen kein Problem mehr, betont der Inhaber.

Sein Team besteht heute aus 15 Mitarbeitern. „Mir ist es wichtig, dass ich nicht Burak, der Chef, sondern Burak, der Kollege, bin und wir alle gleichberechtigt zusammenarbeiten. Dazu gehört auch, dass ich mal die Klos putze“, sagt Burak – und holt einen Lappen. Denn der wohl süßeste Gast des Ladens an diesem Abend hat sein Getränk umgestoßen: Bacon, die kleine Hundedame einer der Mitarbeiterinnen. Der Welpe darf zwar keine Burger essen – dafür genießt sie umso mehr die Streicheleinheiten der Gäste, die bereits vor 18 Uhr in die Gaststätte auf dem Feld strömen.

„Der Dicke mit Käse“ hält, was er verspricht. © Julia Wadle

Gemischtes Publikum

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Das Publikum ist an diesem Werktagabend gut gemischt: Junge Frauengruppen, Familien, aber auch ältere Ehepaare genießen die Burger mit normalen Fritten oder Süßkartoffelpommes. „Neulich hatten wir ältere Gäste zu Besuch, die noch nie einen Burger gegessen haben. Wenn es solchen Kunden schmeckt, bin ich besonders stolz“, erzählt Burak zufrieden. In den vergangenen Monaten hat er sein ganzes Herzblut in den Laden gesteckt – das merkt man an den vielen kleinen Details bei der Einrichtung, den gut gelaunten Mitarbeitern und an den zufriedenen Gesichtern der Gäste, wenn sie es schaffen, ihren Burger aufzuessen. Das ist bei der Größe nämlich gar nicht so einfach.

Im gemütlichen Gastraum finden auch große Gruppen einen Platz. © Julia Wadle

Langfristig kann sich Jungunternehmer Burak vorstellen, ein zweites Lokal zu eröffnen. Aber bis dahin gilt für den Gastronomen eins: „Das Wichtigste ist, dass sich die Gäste wohlfühlen.“

  • Mampf & Schmatz
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