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Schätze aus dem Orient

Schätze aus dem Orient

Schwüle Hitze, lautes Gehupe vorbeifahrender Rikschas, der Geruch von orientalischen Gewürzen. Überall am Straßenrand gibt es kleine Stände, an denen die unterschiedlichsten Schätze angeboten werden. Wenn man sich in Indien durch die Straßen Pushkars drängt, ist es nahezu unmöglich, alle Eindrücke in sich aufzusaugen und jedem Detail die Aufmerksamkeit zu schenken, die es verdient.

Nora und Nico haben sich in Indien ein Netz aus Verkäufern aufgebaut. © Indifanten

Namensgeber für Label

Ihre Passion für Indien und für die indische Kultur haben Nora und Nico vor einigen Jahren bei einer gemeinsamen Reise nach Indien entdeckt. Aufgrund seiner Elefantenimitation eines Verkäufers wird das Paar auf seine kleinen, bunten Elefanten-Anhänger aufmerksam, die sowohl das erste Produkt, als auch Namensgeber für ihre Marke Indifanten werden sollte. Die in Edingen aufgewachsene junge Frau und ihr argentinischer Freund beschließen, die indische Kultur mit ihren bunten Farben durch genau solche Produkte nach Deutschland zu bringen.

Blick in die Indifanten Boutique. © Indifanten

Konzept des Upcyclings

Vor Ort bauen sie sich ein Netz aus Verkäufern auf, die Produkte mit indischem Flair anbieten. „Uns ist wichtig, dass wir die Personen hinter den Produkten kennen“, erklärt Nora. Deshalb stehen sie mit jedem einzelnen in persönlichem Kontakt. „Indem wir die Produkte nach Deutschland bringen, können wir diese Verkäufer unterstützen.“ Anfangs verkaufen sie importierten Schmuck und Accessoires auf Flohmärkten in Mannheim und Umgebung. Doch mittlerweile haben sie das Konzept des Upcyclings für die Marke entdeckt.

Kleider, Hosen, Jumpsuits und Tops, aber auch Haarbänder und Taschen aus upgecycelten Saris finden sich in der Kollektion. © Indifanten

Jeder Sari hat eine Geschichte

In Indien kann man seinen getragenen Sari – wie man die traditionelle Kleidung der indischen Frauen nennt – für einen kleinen Abschlag zu einer Sammelstelle bringen. Aus den farbenfrohen Stoffen, die oftmals bis zu fünf Meter lang sind, werden nun für Indifanten Kleidungsstücke hergestellt. Nico, der kaum Deutsch spricht, erzählt mir von der Rolle der Frau in Indien: „The culture vibrates in the woman!“ Die indische Kultur lebt in der Frau und so einzigartig wie jede Geschichte hinter einem Second Hand Sari ist auch der Stoff. Von Kleidern, Hosen, Jumpsuits und Tops (es gibt 27 Modelle in XS bis XL!) über Haarbänder bis hin zu Taschen entstehen aus den traditionellen Wickelkleidern. „Für ein Kleid brauchen wir die kompletten fünf Meter Stoff,“ erzählt Nora. Und somit ist jedes Kleid ein Unikat.

Jedes Kleidungsstück ein Unikat. © Indifanten

Spenden anteilig Gewinn

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Nora und Nico sind bei der Produktion in der indischen Fabrik so nah dran, wie nur möglich. Sie suchen die Stoffe selbst aus und kommunizieren direkt mit den Arbeitern. Das erziele letztendlich nicht nur die besten Ergebnisse, sondern gibt auch Sicherheit bezüglich der Arbeitsbedingungen. Die soziale Ader der beiden zeigt sich auch in ihrem Sozialprojekt, das Teil von Indifanten ist. „Wir möchten so viel es geht zurückgeben – an Indien, die Kultur und die Menschen.“ Deshalb spenden sie einen Anteil ihres Gewinnes an eine Schule in der Nähe von Pushkar. Mit dem Geld soll Mädchen eine schulische Bildung ermöglicht werden.

Nora und Nico vor ihrem Laden in der Neckarstadt. © Eileen Brunnhölzl

In jeder Ecke kleine Schätze

„Wir freuen uns so sehr, dass die Leute Indifanten so unglaublich positiv aufnehmen – es ist einfach unser Baby!“ Nora wird schon fast sentimental, als sie sich in ihrer kleinen Boutique umschaut, in der ich das Paar besuche. Seit Mai 2019 verkaufen sie ihre Produkte nämlich nicht mehr nur noch auf Flohmärkten, sondern mieten eine kleine Ladenfläche von ihrem Start-Up Nachbar VeloCarrier in der Neckarstadt Ost. Auf zehn Quadratmetern ist es fast schon wie in den Straßen Pushkars: in der jeder Ecke gibt es kleine Schätze und es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

  • Indifanten
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