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Einmal Sommer in der Waffel, bitte!

Einmal Sommer in der Waffel, bitte!

Julia

Erdbeere, Zitrone, Pistazie und dazu ein Klecks Sahne: So schmeckt der Sommer. Oder doch eher nach Schokolade und Malaga in der Waffel? Oder wie ein großer Eisbecher?

Raimondo kann sich nicht entscheiden. Der gelernte Eismacher mag schließlich jede der gut 25 Eissorten, die er in seiner Eisdiele Boh! am Tattersall verkauft.

Raimondo entstammt einer Eismacher-Dynastie. © Julia Wadle

Eismacher-Dynastie

Ende Juni hat er in den Räumlichkeiten an der Ecke zum Kaiserring angefangen, seine erste eigene Eisdiele zu betreiben. Wobei, so ganz stimmt das nicht: Schließlich kommt der 44-Jährige aus einer Eismacher-Dynastie.

Im Alter von sechs Jahren, schätzt er, hat Raimondo wohl zum ersten Mal beim Eismachen mitgeholfen und seitdem die Freude am Handwerk nie verloren.

Doch während er in den vergangenen Jahren Eiscafés gemeinsam mit Miteigentümern geführt hat, ist „Boh!“ durch und durch sein Reich.

An die 25 Eissorten gibt es in der Eisdiele am Kaiserring. © Julia Wadle

Rezepte aus Italien

Die Rezepte hat er in Italien mit einem dortigen Eismacher entwickelt, berichtet er. Dabei sei ihm ein hoher Fruchtanteil und die Natürlichkeit der Produkte besonders wichtig gewesen.

Die Einrichtung, das Konzept, alles stammt von ihm. Genauso wie das Eis, das jeden Tag von ihm und einem Mitarbeiter frisch produziert wird.

„Dabei versuchen wir so wenig Zucker wie möglich zu verwenden, damit das Eis zwar schön cremig bleibt, aber auch natürlich schmeckt“, sagt er.

Hoher Fruchtanteil und Natürlichkeit – das sind die besten Zutaten bei einem Boh! Eis. © Julia Wadle

„Keine Ahnung“ bei Namensfindung

So sicher, wie Raimondo wusste, dass er Eis herstellen möchte, so unsicher war er bei der Namensfindung für seine neue Eisdiele.

Nach wochenlangem Brainstorming saß er irgendwann da, zog die Schultern hoch und sagte „Boh“, was auf Italienisch so viel bedeutet wie „Keine Ahnung“.

Doch aus der Not macht er die Tugend: Und aus dem Schwanken zwischen verschiedenen Namensideen wuchs die Idee, die Eisdiele „Boh“ zu nennen.

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Und für die hat Raimondo noch viele Ideen, wie etwa eine große Terrasse mit vielen Tischen, an denen man gemütlich einen Eisbecher genießen kann.

Aus der Not eine Tugend machen. Die Namensfindung war nicht einfach. © Julia Wadle

Ideen gehen nie aus

Übergangsweise gibt es Bänke, auf denen man sich zum Eisessen setzen und die Sonne genießen kann. Oder man schlendert weiter Richtung Wasserturm, der nur wenige Minuten entfernt ist.

Währenddessen laufen die Umbauarbeiten bereits, verdeckt hinter grünen und rosafarbenen Schildern, die in den Schaufenstern stehen.

An Ideen für neue Sorten oder den Ausbau seines Eiscafés mangelt es dem Ludwigshafener mit sizilianischen Wurzeln jedenfalls nicht.

Schließlich lebt er nach der Maxime: „Wenn die Augen der Kunden beim Eisessen nicht mitlachen, dann mache ich etwas falsch.“

Und traurige Augen sucht man in der Eisdiele an diesem Nachmittag vergeblich.

Solange die Eisdiele innen noch umgebaut wird, kann man außen Platz nehmen. © Julia Wadle
  • Boh! Eismanufaktur
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