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Neues vegetarisches Restaurant im Jungbusch

Neues vegetarisches Restaurant im Jungbusch

Stefanie Maier
Die Fassade im Jungbusch. © Vanessa Müller

Was vor 1,5 Jahren mit einem Foodtruck namens Vitaminbunker in der Pfalz begann, hat sich inzwischen als Glück für alle MannheimerInnen entpuppt. Denn der Erfolg führte Jenny dazu, ihren Traum vom eigenen Restaurant etwas vorzuziehen und im Mannheimer Jungbusch das TiPu zu eröffnen, das am Wochenende sowohl Café als auch Restaurant ist und rein vegetarische und vegane Speisen anbietet. 

Hier werden nur vegetarische oder vegane Speisen angeboten. © Romy van Gysel
Hier werden nur vegetarische oder vegane Speisen angeboten. © Romy van Gysel

Als Vegetarier auf Pfälzer Weinfesten 

„Als ich vor ein paar Jahren Vegetarierin wurde, war es super schwer für mich auf Weinfesten etwas zu essen zu finden, außer Pommes und ein Brot mit Käse vielleicht“, blickt Jenny auf die Anfänge zurück. So entstand die Idee zum Foodtruck, der diese Lücke mit vegetarischen und veganen Gerichten auf den Pfälzer Weinfesten schließen sollte. Doch dann kam Corona und mit der Pandemie schwanden die Weinfeste. Also landete Jenny, die inzwischen Veganerin ist, mit dem Foodtruck auf den Pfälzer Märkten, auf kleinen Veranstaltungen und bot Catering an.  

„Ich wurde dann immer häufiger angesprochen, ob man sich bei mir nicht irgendwie gemütlich hinsetzen kann“, erzählt die 29-Jährige Pfälzerin. Als sie dann spontan die Anzeige für die Location in der Dalbergstraße sieht und diese besichtigt, findet das kulinarische Konzept ein festes Zuhause und eröffnet am 11. Juni diesen Jahres als TiPu. 

Die wunderschöne Inneneinrichtung. © Vanessa Müller
Die wunderschöne Inneneinrichtung. © Vanessa Müller

Familiäre Atmosphäre und Nähe 

Die Location ist klein und schnuckelig. „Ich persönlich finde eine familiäre Atmosphäre viel schöner“, erklärt Jenny. „Man kann einfach mal zu den Gästen rausgehen und fragen, ob alles in Ordnung ist.“ Im Innenraum haben maximal 20-25 Personen Platz, schätzt die Inhaberin, die das Restaurant so auch gerne für kleine Firmenfeiern oder private Events zur Verfügung stellt. Auch einen super süßen Mini-Innenhof gibt es. Die Einrichtung ist schlicht gewählt, kleine Bistrotische bieten größtmögliche Flexibilität, um für mehrere Gäste einen Tisch zusammenzustellen. 

Der kleine aber feine Innenhof. © Vanessa Müller
Der kleine aber feine Innenhof. © Vanessa Müller

Frische, Qualität und Regionalität 

Die Karte ist ebenfalls klein gehalten und enthält ausgewählte Gerichte, die für Frische, Qualität und Regionalität stehen. „Ich beziehe all mein Gemüse von Bauern in der Pfalz“, erzählt Jenny. „Und auch meine Winzer, deren Weine ich hier im Restaurant anbiete, stammen natürlich aus der Pfalz“. 

Für den kleinen Hunger gibt es Snacks, wie bspw. Avocado-Fritten, die auch Jenny‘s absoluter Favorit sind. „Die sind drin bisschen cremig, frisch durch die Soße und dann die krosse Panade außen…“, macht sie uns Lust, sodass wir im Anschluss diese selbstverständlich gleich probieren mussten – und ebenfalls begeistert sind. 

Ansonsten findet man unter den Hauptspeisen auf der Abendkarte die sogenannten Basics, welche die Inhaberin auch schon immer gerne im Foodtruck verkauft hat: Orientalische Bowls, asiatisch angehauchte Gerichte wie die „Peanut Explosion“ auf der aktuellen Karte sowie regionale Speisen mit der „Kräuter Knolle“. Damit jeder Gast eine Option findet, stehen auch immer häufiger glutenfreie Gerichte auf der Karte. Abwechslung bringt die Karte automatisch, da sie sich an saisonalen Zutaten orientiert und somit immer wieder kurzzeitige Specials bietet.  

Der leckere Phantasia Salat. © Romy van Gysel
Der leckere Phantasia Salat. © Romy van Gysel

Nur am Wochenende geöffnet 

In der Küche steht die Inhaberin selbst. Da sie das TiPu, was auf Maori so viel wie pflanzlich bzw. Pflanze heißt, aktuell nebenberuflich führt, ist es nur am Wochenende geöffnet. Freitagabend öffnet es als Restaurant, Samstag und Sonntag gibt es sowohl Frühstück als auch Abendessen. 

„Ich bin aktuell alleine in der Küche und suche dringend jemanden, der mich unterstützt“, erzählt Jenny. „Es muss nicht zwingend ein Koch sein, aber jemand der ein Gefühl und Auge beim Anrichten der Speisen hat und meine Vorstellung, wie die Gerichte die Küche verlassen, auch entsprechend umsetzen“, betont die begeisterte Hobby-Köchin. Zudem bietet sie auf Anfrage auch weiterhin Catering-Service an, den Foodtruck hat sie aktuell immerhin an jemanden vermietet – eine 7 Tage Woche bringt Spaß und Abwechslung, nimmt aber auch einiges an Zeit in Anspruch.  

„Ohne meine beiden Schwestern würde ich das alles nicht schaffen“, räumt Jenny ein. „Angela unterstützt mich super in der Küche und auch Nicki, die mittlerweile in Köln lebt, packt am Wochenende gerne im Service mit an“.  

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Das "El Lobo" ist seit September in der Lange Rötterstraße 53 in der Mannheimer Neckarstadt-Ost. © Martin Vögele

Vegetarisch, vegan & hausgemacht. © Vanessa Müller
Vegetarisch, vegan & hausgemacht. © Vanessa Müller

Verständnis und Ehrlichkeit 

Aber die meisten Leute seien super nett und verständnisvoll und da Jenny auf Ehrlichkeit setzt, gibt sie auch offen zu, wenn es einen Engpass gibt, es mal etwas länger dauert oder ein Gericht aufgrund nicht zufriedenstellender Qualität der Zutaten beim Einkauf abgewandelt werden muss. Auch die Community unter der Gastronomen sei entspannt. Bei ihren Fast-Nachbarn Nabati und Bodhi ist sie selbst gute Kundin und auch die Betreiber vom Mie House kennt man gut. 

„Ich habe inzwischen tatsächlich schon ein paar Stammkunden gewonnen und was mich mega freut, dass auch Gäste aus der Pfalz, die mich von dort kennen, extra hier her nach Mannheim kommen“, berichtet sie stolz.  Aber nicht nur einige Gäste hat Jenny aus der Pfalz mitgebracht. Damit die Weinschorle und vor allem deren Preis-Inhalt-Verhältnis auch in Mannheim stimmt, hat die Pfälzerin extra Dubbegläser mitgenommen. Auf der Getränkekarte stehen aber auch ein paar Special-Drinks wie der Pink Panther, ein Secco mit Grapefruit, der besonders bei Mädels beliebt ist oder der Illusionist, ein Gin, der sich bei Zugabe von Tonic Water farblich verändert. 

Die hausgemachten Sommerdrinks. © Vanessa Müller
Die hausgemachten Sommerdrinks. © Vanessa Müller

„Ich habe schon immer davon geträumt, irgendwann mal ein kleines Restaurant zu haben, aber nicht damit gerechnet, dass es dann so schnell geht. Ich dachte so in 5-10 Jahren, dann war es auf einmal dieses Jahr“, lacht Jenny. „Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, gibt sie uns als weise Worte am Ende mit auf den Weg.  

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