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Stadtleben am großen Fluss auf dem Lindenhof

Stadtleben am großen Fluss auf dem Lindenhof

Der Mannheimer Lindenhof an der Rheinpromenade. © Manfred Rinderspacher

von Thomas Gross

Angesagte Stadtteile gibt es in Mannheim einige. Gefragte Viertel sind nicht zuletzt seit Jahren schon die Schwetzingerstadt und die Neckarstadt (Ost).

Auf der jeweiligen Haupteinkaufs- und Ausgehstraße gibt es im ersten Fall die mutmaßlich höchste Dichte an Eisdielen, an Cafés oder Bistros; auf der anderen Neckarseite sieht man sich in dieser Kategorie allenfalls leicht im Hintertreffen. Und auch der Stadtteil Lindenhof hat davon etwas zu bieten, aber zugegeben deutlich weniger.

Farbenfrohe Häuser reihen sich aneinander. © Manfred Rinderspacher
Farbenfrohe Häuser reihen sich aneinander. © Manfred Rinderspacher

Insgesamt ist hier die Situation des Einzelhandels ohnehin etwas dürftiger, was gerne mit der Zentrumsnähe erklärt wird: Der starken Konkurrenz durch die City sei eben nur schwer standzuhalten.

Unverwechselbar macht den Lindenhof Anderes – seine geografische Lage, genauer: die Nähe zum Rhein und, ihm vorgelagert, die Uferpromenade, der Waldpark und die an seinem Rand gelegene Reißinsel.

Nach einem Spaziergang an der Rheinuferpromenade findet sich schnell ein Platz in einem Café. © Manfred Rinderspacher
Nach einem Spaziergang an der Rheinuferpromenade findet sich schnell ein Platz in einem Café. © Manfred Rinderspacher

Etwas ruhigere Dynamik

Anderswo mag (noch) mehr Leben brodeln und pulsieren, in der Oststadt mag die Villenlage (noch) nobler sein. Hier auf dem Lindenhof ist die reine Natur zuhause – und sind es die Bewohner in ihr.

Der Rhein fließt nicht nur, er strömt; der viel kleinere Neckar, seien wir ehrlich, fließt allenfalls noch in Seckenheim, weiter nördlich kaum mehr. Und nirgendwo strömt er.

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Schneiderin Kirstin Kellermann in ihrem Stoffladen Delta Fabrics in der Neckarstadt-Ost. © Tanja Capuana-Parisi

Im Rhein ist buchstäblich etwas los, wirbeln Strudel, wechseln immerzu in sich bewegte Stellen mit planen Flächen. Am Ufer rollen zuweilen echte Wellen an, sofern das vorbeifahrende Schiff von zureichender Größe oder Schnelligkeit war.

Der Blick vom Ufer aus geht ins Weite, Offene; nach Süden hin ruht er gerne auf den Wipfeln der Reißinsel aus. Gegenüber, auf der anderen Flussseite, lockt die Aussicht auf die Parkinsel, den wohl schönsten Flecken Ludwigshafens.

Der Blick auf den Glücksteinplatz. © Manfred Rinderspacher
Der Blick auf den Glücksteinplatz. © Manfred Rinderspacher

Promenade und Park laden zu ausgiebigen Spaziergängen ein, die sich nach Feierabend oder an Wochenenden nicht nur viele eigentliche Stadtteilbewohner gönnen und die vielfach bis zum freilich zu Neckarau zählenden Strandbad führen.

So geht Abschalten, Ruhigwerden, so lebt man wieder auf. Und daraus wird auch leicht verständlich, weshalb die Diskussion um notwendige oder doch überflüssige Pläne, zahlreiche Bäume am Rheindamm für dessen als dringlich erachtete Ertüchtigung zu fällen, so viele Anwohnerinnen bewegt.

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