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Schmuck für die Ewigkeit bei Goldmuse in Feudenheim

Schmuck für die Ewigkeit bei Goldmuse in Feudenheim

Vanessa Müller
Inhaberin und Goldschmiedin Michelle. © Vanessa Müller

Die Liebe zum Handwerklichen und zur Kreativität hat Michelle schon in jungen Jahren entdeckt. Ihr Opa war Goldschmied, ihre Oma Schmuckfachverkäuferin und ihr Papa ist Uhrenauktionator für antike Uhren.

Neben dem Job als Schmuckfachverkäuferin hat ihre Oma auch schon immer Perlenketten geknüpft, einige davon und viele weitere, die von Michelle selbst geknüpft wurden, findet ihr heute in der Goldmuse. „Schon als Kind durfte ich immer wieder bei meinem Opa in der Werkstatt einiges ausprobieren oder sogar mithelfen“, erzählt uns Goldschmiedin Michelle.

Der Weg zur eigenen Goldschmiedewerkstatt

Nach dem Abitur musste Michelle sich endgültig der Frage stellen, welchen Weg sie gehen möchte. Die Wahl zwischen Uhrmacherin und Goldschmiedin fiel ihr nicht leicht. Am Ende hat sie sich aber für den kreativeren Beruf entschieden, die Ausbildung zur Goldschmiedin.

Die Abschlusstücke von Goldschmiedin Michelle. © Vanessa Müller
Die Abschlusstücke von Goldschmiedin Michelle. © Vanessa Müller

„Relativ zügig bin ich dann nach der Schule nach Hanau in die Zeichenakademie, das ist eine Goldschmiedeschule, da macht man die Ausbildung in Vollzeit“, so die Goldschmiedin. Nachdem sie dort ihre Ausbildung zur Goldschmiedin abgeschlossen hat, ging es weiter mit dem Meister im Goldschmiedehandwerk.

„Nach meiner Ausbildung musste ich ein Jahr in einer Goldschmiede arbeiten, damit ich danach meinen Meister machen kann“, so Michelle. Dieses Jahr hat sie in einer Goldschmiede in Frankfurt als Gesellin verbracht, im Sommer den Meister-Abschluss gemacht und noch ein Studium zur staatlich geprüften Designerin drangehängt.  An dieser Stelle war ich wirklich sprachlos, wie viel Zeit sie in ihre Ausbildung gesteckt hat, bis sie ihr eigenes Atelier eröffnet hat.

Atelier Goldmuse in Mannheim. © Vanessa Müller
Atelier Goldmuse in Mannheim. © Vanessa Müller

„Ich wollte mich schon immer selbstständig machen, weil ich gerne meine eigenen Ideen und Kreativität miteinbringe, wo ich eben auch unter Umständen einen Auftrag ablehnen kann, wenn ich etwas nicht so machen möchte“, erklärt Michelle darauf. Gemeinsam mit Eva vom Gig 7 hat sie ihren Businessplan für die Goldmuse geschrieben und sich daraufhin selbstständig gemacht. Drei Jahre hatte sie ein kleines, ziemlich verstecktes Atelier, in Feudenheim. Doch dann durfte es etwas größer sein.

„Ich habe mich an meinem ersten Standort nie so gefühlt, als hätte ich wenig Aufträge, aber jetzt“, lacht Michelle, „habe ich viele Aufträge, was mich wirklich sehr freut“. Durch den Umzug in die Hauptstraße ist das Atelier jetzt noch präsenter, es gibt mehr Laufkundschaft und ihre Nachbarin Lara, von der Riceteria möchte Michelle auch nicht mehr missen.

„Am Alten Standort ging das gut, dass ich im Laden vor mich hingearbeitet habe und einfach nur zu den Öffnungszeiten da war“, erzählt sie. Am neuen Standort geht das nicht mehr, worüber sie sich auch sehr freut. Immer wieder kommen Leute vorbei, die sich auch mit ihr unterhalten möchten. „Das mag ich gerne“, wirft Michelle ein.

Aber in der Zeit kommt sie eben nicht zur eigentlichen Arbeit, dazu muss sie ihr Atelier zumachen. „Das heißt, ich bin dann entweder schon früher hier, oder ich mach die Mittagspause durch oder bin eben länger da“, lacht die Goldschmiedin.

Die Steinchen lassen die Schmuckstücke noch mehr funkeln. © Vanessa Müller
Die Steinchen lassen die Schmuckstücke noch mehr funkeln. © Vanessa Müller

Neuanfertigungen, Umarbeitungen und Reparaturen

„Ich mache jetzt grundsätzlich alles, was mit Schmuck zu tun hat“, erzählt Michelle. Von Neuanfertigungen über Umarbeitungen und Reparaturen, bedient sie ein breites Spektrum an Kundenwünschen. Natürlich verkauft sie auch selbst angefertigte Schmuckstücke in ihrem Atelier. Es lohnt sich also auch, wenn man auf der Suche nach einem neuen besonderen Schmuckstück ist, in der Goldmuse vorbeizuschauen.

Ein typisches Beispiel für eine Umarbeitung, wie wir von Michelle erfahren, ist eine alte Brosche.  Diese kann in den meisten Fällen eingeschmolzen werden, um anschließend etwas Neues kreieren. So ist das Gold nicht verloren und man hat etwas, was wirklich dem eigenen Geschmack entspricht. Wenn euer Goldkettchen gerissen ist anläuft, weil es zu lange in der Schublade lag oder der Verschluss kaputt ist, könnt ihr es ebenfalls in der Goldmuse vorbeibringen.

Bunte Perlenkette mit integrierten Glasperlen. © Vanessa Müller
Bunte Perlenkette mit integrierten Glasperlen. © Vanessa Müller

Trauringe und Verlobungsringe

„Trauringe und Verlobungsringe fertige ich natürlich auch an“, erzählt Michelle und muss schmunzeln, „Verlobungssaison war gerade und jetzt fangen die Hochzeiten an.“ Man kann entweder mit seinen eigenen Ideen vorbeikommen und sie fertig Entwürfe an. Oder wenn jemand noch keine genauen Vorstellungen hat, wird sich so lange ausgetauscht und und Entwürfe angefertigt, bis etwas rauskommt, was dem Kunden gefällt und für Michelle umsetzbar ist.

Für Eheringe hat sie ein paar Musterstücke da, das meiste zeichnet sie dann aber individuell. Besonders die Fingerfertigkeit ist im Beruf der Goldschmiedin wichtig, denn oftmals werden sehr viele und kleine Steinchen gesetzt. Laut Michelle geht das bei den meisten Steinchen relativ einfach, für uns unvorstellbar.

Dennoch gibt es einen Beruf, den Fasser, wo man nochmal zwei Jahre lernt, wie Edelsteine richtig gefasst werden. Gleiches gilt für den Beruf des Graveurs, auch hierfür gibt es eine weitere spezielle Ausbildung.

Ein weiteres Austellungstück. © Vanessa Müller
Ein weiteres Austellungstück. © Vanessa Müller

Daher kommt der Name Atelier Goldmuse

„Mein Mädchenname ist Muser und mir war bewusst, dass ich meinen Namen irgendwann ändere“, berichtet sie. Viele der klassischen Goldschmieden heißen meist Goldschmiede und dann den Familiennamen angehängt, das wollte Michelle nicht. „Ich wollte mich trotzdem noch mit meinem Laden identifizieren können und das passt eben mit der Goldmuse perfekt, das kann man sich gut merken und es geht leicht von der Hand“, so Michelle.

Der Namen ist durch gemeinsames Überlegen mit ihrer besten Freundin entstanden, die auch Goldschmiedemeisterin ist. Diese Freundin hat auch ihren Verlobungs- und Ehering angefertigt. Unter anderem auch, weil sie selbst ja am besten nichts von einem Verlobungsring wissen sollte, aber auch weil Michelle den Wunsch hatte, dass ihr jemand anders ihren Ehering anfertigt und sie sich nicht selbst darum kümmern muss.

Die Leute, die in der Goldmuse vorbeikommen lassen, sich nicht einordnen, es ist ein bunt gemischtes Alter. „Von der Mama, die mit der Tochter vorbeikommt und ein Schmuckstück für die Konfirmation entwirft, über die Menschen, die so alt sind wie ich, zwischen 30 und 40, aber hoch bis in die 80 Jahre“, berichtet Michelle und fährt fort, „da ist alles dabei, nur wenig Männer“.

Hier gibt es viele verschiedene Schmuckstücke zu entdecken. © Vanessa Müller
Hier gibt es viele verschiedene Schmuckstücke zu entdecken. © Vanessa Müller

Die Geschichte der Schmuckstücke

Nach dem Studium lernt man viel in Kollektionen zu denken und zu entwerfen, erklärt Michelle im Gespräch. Von einer Kette, über ein Armband und einen Ring, staffeln sich die Kollektionen. Als sie sich vor drei Jahren selbstständig gemacht hat, hat sie das Arbeiten in Kollektionen noch eine Weile weitergeführt.

„Mittlerweile reicht mir entweder die Zeit nicht mehr oder ich merke, dass sowieso nicht alle Teile einer Kollektion verkauft werden. Daher mache ich dann lieber Einzelstücke und die eben etwas aufwendiger“, so die Goldschmiedin. Es geht mittlerweile immer mehr in Mix & Match, von verschiedenen Schmuckstücken über.

Hauptsächlich fertig Michelle Gold- und Silberschmuck an. Die Schmuckstücke, die in den Vitrinen im Atelier liegen, dienen dabei oft nur als Inspiration. Jeder hat andere Vorstellungen und will sein Schmuckstück noch individualisieren oder personalisieren.

Michelle liebt es, als Goldschmiedin mit Steinen zu arbeiten, vor allem mit farbigen Steinen. „Am liebsten mach ich glaube ich Ringe, wobei alle Schmuckstücke besonders sind“, erzählt sie. Um die Rundung eines Ringes richtig schön zu bekommen, ist nicht nur viel Kraft gefragt, sondern auch die Besonderheiten des jeweiligen Materials. Silber ist zum Beispiel sehr weich, aber Weißgold ist richtig hart.

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Ausgewählte Accessoires für den perfekten Look. © Lea Blaschko

Viele der Stücke dienen auch als Inspiration und können nach Kundenwüschen angepasst werden. © Vanessa Müller
Viele der Stücke dienen auch als Inspiration und können nach Kundenwüschen angepasst werden. © Vanessa Müller

Von der Idee zum Schmuckstück

Das Gold, welches sie in sämtlichen Formen bezieht, ist recyceltes Gold. Oft bestellt Michelle aber auch Feingold und legiert es dann selbst. Auch die Perlen und Edelsteine bezieht sie von bestimmten Händlern. „Ein paar Sachen habe ich da, so wie zum Beispiel ein Grundsortiment an Verschlüssen“, so die Goldschmiedin. Die meisten Materialien bestellt sie aber, je nach Auftrag.

Zeitlich lässt es sich schwierig abschätzen, wie lange eine Neuanfertigung eines Schmuckstücks dauert. Schmuckstücke, die sehr dringend sind, zieht sie natürlich nach Möglichkeit vor. So kam es zum Beispiel auch schon vor, dass jemand eine Woche vor dem Antrag vorbeigekommen ist und schnell noch einen Verlobungsring brauchte.

„Der Ring an sich braucht keine Woche, aber das ist halt nicht das einzige Stück was gemacht werden muss“, lacht Michelle. Sie versucht so gut es geht zu planen, Reparaturen nehmen dabei meistens nicht so viel Zeit in Anspruch, wie eine Neu-Anfertigung. Vor allem wenn sie noch bestimmte Materialien bestellen muss oder ein Ring zur Fasserin oder zum Graveur geht.

Mit den passenden Partnern, wird auch hier immer alles möglich gemacht, um dem Kunden vollständig glücklich zu machen. Die Freude, die Michelle tagtäglich erlebt, wenn die Kunden ihre Schmuckstücke wieder in ihrem Atelier abholen, ist es, was sie an ihrer Arbeit immer wieder schätzt.

Die Werkstatt grenzt direkt an das Atelier an. © Vanessa Müller
Die Werkstatt grenzt direkt an das Atelier an. © Vanessa Müller

Workshops in der Goldmuse

Seit kurzem könnt ihr euch auch mit euren Liebsten zu einem Workshop in der Goldmuse anmelden. Und zwar zu einem Perlenknüpfkurs. Hier wird dann den ganzen Tag geknüpft, es gibt oft leckeres Essen aus der Riceteria und am Ende des Tages kommen im besten Fall Ketten oder Armbänder raus. Hierbei kann jeder Teilnehmer selbst wählen, ob man mit bunter Perlseide knüpfen will oder mit Seide, die in den gleichen Farben wie die Perlen ist.

Solche Perlenketten könnt ihr selbst auch bei einem Workshop knüpfen. © Vanessa Müller
Solche Perlenketten könnt ihr selbst auch bei einem Workshop knüpfen. © Vanessa Müller

Bisher hat Michelle die Workshops auf Anfrage für Gruppen gemacht. Es sind aber auch Workshop-Termine in Planung, zu denen man sich dann individuell anmelden kann. Die Kosten für die Teilnahme variieren und hängen von den Perlen und der Perlseide ab. Die gibt es in vielen verschiedenen Größen und Farben.

Die Perlen haben ein vorgefertigtes Loch und können dann im Kurs zu einer Kette oder Armband, je nach Schnelligkeit geknüpft werden. „Ich habe für meine erste Perlenkette auch 6 Stunden gebraucht“, lacht sie und erzählt darauf, „mittlerweile brauche ich eine halbe Stunde, vorm Fernseher zuhause“. Falls ihr aber eine alte Perlenkette habt, von euch, oder der Oma, könnt ihr diese auch zum Workshop mitbringen und eine neue Kette, mit den Perlen knüpfen.

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