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Shoppen mit gutem Gewissen

Shoppen mit gutem Gewissen

Gerade wenn eine Jahreszeit zu Ende geht, locken viele Kleidungsgeschäfte mit saftigen Rabatten: fünfzig, sechzig oder gar siebzig Prozent Nachlass sind dabei keine Seltenheit. Häufig schwingt aber das schlechte Gewissen mit: Unterstütze ich mit meinem Kauf Betriebe, die ihre Mitarbeiter ausbeuten? Woher weiß ich, dass fair produziert wird?

Modische Kleidung aus Mannheim

Rabatte gibt es bei PHYNE nicht. Auch den Schlussverkauf – heute nennt man das „Sale“ – sucht man auf der Internetseite des jungen Unternehmens vergeblich. Das mag einen zunächst nicht freuen, hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil: Wenn es ein Produkt erst einmal in die Kollektion geschafft hat, bleibt es dort. Bei anderen Modemarken verschwinden die Produkte nämlich nach einem Schlussverkauf meist dauerhaft aus dem Sortiment. „Das ist doch ärgerlich“, sagt Nikolai Keidel.

Er ist verantwortlich für die Kommunikation und PR bei Phyne, dem seit 2016 existierenden Mannheimer Bekleidungsunternehmen, das sich der fairen Produktion verschrieben hat. Was die Gründer antrieb, war der Wunsch, modische Kleidung und verantwortungsbewusste Produktion zusammenzubringen. „Fair produzierte und umweltfreundliche Produkte müssen nicht langweilig oder überteuert sein“, sagt Nikolai. Die Preise für ein T-Shirt beginnen bei 40 Euro.

Hochwertige Produkte, transparente Nachhaltigkeit und ein persönlicher Austausch sind dem Label wichtig. © Andri Stocker/Phyne

Verantwortungsbewusst produziert

Doch zu einer verantwortungsbewussten Firma gehört viel dazu. Das beginnt bereits bei der Wahl der Produzenten. Phyne lässt seine Kleidung in Portugal von einem mittelständischen Familienunternehmen herstellen. „Dort, in Portugal, lassen wir zertifizierte, nachwachsende Rohstoffe, wie beispielsweise Biobaumwolle und die Zukunftsfaser Tencel verarbeiten. Die wurden nach hohen ökologischen Maßstäben angebaut“, sagt Nikolai. Zudem werden die Mitarbeiter dort angemessen bezahlt. Das ist auch Nikolai besonders wichtig, denn er ist überzeugt: „Das Produkt kann nur so gut sein wie die Produktion selbst.“

Langlebigkeit ist der Schlüssel

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Wer gut produziert, bringt am Ende auch ein Produkt mit hoher Qualität auf den Markt. Und die ist für die Mitarbeiter von Phyne weniger eine Frage des Namens sondern der Langlebigkeit. „Unsere Kleidung soll das Potenzial haben, das langlebige Lieblingsteil im Kleiderschrank zu werden“, sagt Nikolai. Häufig läuft schlecht produzierte Kleidung nach ein paar Waschgängen ein oder verliert ihre Form. „Wir haben den Anspruch, dass genau dies nicht passiert“, ergänzt er.

Die Kampagne von Phyne für ihre Basics. © Andri Stocker/Phyne

Einkaufen mit reinem Gewissen

Bisher vertreibt Phyne seine Produkte über die Internetseite. Einen eigenen Laden hat das Unternehmen nicht. Allerdings betont Nikolai, wie wichtig die Präsenz beim Kunden ist: „Wir planen, als Label immer mehr innerhalb verschiedener Kaufhäuser, Bekleidungsgeschäfte und Concept Stores vertreten zu sein“, sagt er. Dabei ist wichtig: Das Geschäft muss den Gedanken des bewussten Umgangs mit Ressourcen und Menschen teilen. So kann auch der Kunde mit reinem Gewissen einkaufen.

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