Now Reading
Einblick in die Kunst von Edgar Schmandt

Einblick in die Kunst von Edgar Schmandt

Nancy Jäger
Die Künstlernachlässe Mannheim präsentieren noch bis 4. Mai Kunstwerke von Edgar Schmandt. © Nancy Jäger

Die ehrenamtliche Stiftung Künstlernachlässe Mannheim wurde im Jahr 2004 gegründet, um Nachlässe von Künstlern aus Mannheim aufzubewahren, die das kulturelle Leben der Stadt geprägt haben.

Ihr Ziel ist es, diese Werke weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, während sie gleichzeitig ein wichtiges Stück Stadtgeschichte, Kulturgeschichte und Zeitgeschichte bewahrt und der jüngeren Generation näherbringt.

Werke von 16 KünstlerInnen

Inzwischen beherbergen sie Werke von 16 KünstlerInnen, darunter auch Peter Schnatz, Ute Petry oder Edgar Schmandt. Obwohl sie keine eigenen Ausstellungsräume besitzen, sind sie stets mobil und präsentieren die Nachlässe an verschiedenen Orten in Mannheim.

Die restlichen Werke bewahren sie in ihrem Depot im Rheinauhafen auf. Durch ihre Archivarbeit wird jedes einzelne Werk digitalisiert und ist im Werkverzeichnis auf der Webseite sichtbar. Gelegentlich kooperiert die Stiftung auch mit zeitgenössischen Künstlern auf Anfrage.

Ein Einblick in das Depot im Rheinauhafen, wo die Nachlässe aufbewahrt werden.
Ein Einblick in das Depot im Rheinauhafen, wo die Nachlässe aufbewahrt werden. © Nancy Jäger

Kunstwerke von Edgar Schmandt

Die aktuelle Ausstellung würdigt die Kunstwerke von Edgar Schmandt, einem bedeutenden Künstler aus Mannheim. Er war bekannt für seine vielseitige Begabung, die Grenzen zwischen figürlicher und abstrakter Malerei zu durchbrechen, und ebenso für sein Talent als Musiker und Schriftsteller.

Er gehörte zur ersten Generation Mannheimer Künstlerinnen und Künstler der Nachkriegszeit. Seine künstlerische Laufbahn begann mit der Ausbildung zum Retuscheur und Baumaler und endete mit einem Studium für bildende Kunst. Daraufhin folgten eine Pilgerreise und mehrere Stipendien, die seine Kunst beeinflussten.

In der Ausstellung werden viele Bildserien von Schmandt gezeigt.
In der Ausstellung werden viele Bildserien von Schmandt gezeigt. © Nancy Jäger

Kopf als Schaltzentrale des Menschen

In seinem Nachlass befinden sich 500 gerahmte Leinwand- und Papierarbeiten sowie 500 ungerahmte Papierarbeiten. Edgar Schmandt ist für seine Bildserien bekannt. Seine größte Bilderserie „die Kopfserie“ umfasst 80 Werke.

Für Schmandt war der Kopf immer von besonderer Bedeutung, da er ihn als Schaltzentrale des Menschen betrachtete, in der Gedanken entstehen. Daher findet man das Motiv häufig in seinen Werken wieder. Generell stehen der Mensch und sein Handeln oft im Mittelpunkt seiner Werke.

Dies zeigt sich besonders deutlich in seiner Suizid-Serie, in der er sich mit dem Menschen, dessen Verstand, aber auch mit der Erstickungstechnik mittels einer Plastiktüte auseinandersetzte.

Er griff in seiner Kunst viele aktuelle und zeitlose Themen auf, wie beispielsweise die Verwendung von Schullandkarten als Malgrund, um so die Thematik des Krieges zu reflektieren.

Kunst trifft auf alte Schullandkarte: Schmandts Art sich mit Thema Krieg zu befassen.
Kunst trifft auf alte Schullandkarte: Schmandts Art sich mit Thema Krieg zu befassen. © Nancy Jäger

Schmandt im Mittelpunkt

Er zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit in den Stilrichtungen aus, was sich deutlich in den Bearbeitungen seiner verschiedenen Serien zeigt.

Die Tatsache, dass nicht nur gerahmte Bilder in der Ausstellung präsentiert werden, sondern auch ungerahmte, ermöglicht es dem Betrachter einen Blick in die Entstehung und die verwendeten Materialien zu bekommen.

See Also
Multifunktionale Taschen © Niklas Schneider

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit, war Schmandt auch als Autor tätigt und hat seine Bücher im Selbstverlag publiziert, wie zum Beispiel „Caput Mortuum. Mit dir sterben das wäre ein Leben“ und viele weitere.

Diese Bildserie befasst sich mit den Themen Psychologie und Biologie (Genetik).
Diese Bildserie befasst sich mit den Themen Psychologie und Biologie (Genetik). © Nancy Jäger

Durch den Film in der Ausstellung, welches ein fiktives Interview zwischen Schmandt und einer Reporterin zeigt, erhält man einen kleinen Einblick in seine Denkweise und wie er als Mensch war.

Ihr habt bis zum 04. Mai 2024 die Möglichkeit in die Welt und das Leben von Edgar Schmandt einzutauchen und weitere Details zu erfahren und das auch noch kostenlos.

Die Ausstellung befindet sich in S 4, 17-22 und die Öffnungszeiten sind Donnerstag und Freitag 16-19 Uhr und Samstag 13-17 Uhr.

Instagram

Mit dem Laden des Beitrags akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Instagram.
Mehr erfahren

Beitrag laden

  • Künstlernachlässe Mannheim 

© 2022 ILMA Magazin. Powered by: Mannheimer Morgen