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International und lokal verbunden – das IFFMH

International und lokal verbunden – das IFFMH

ILMA Team - Noé Dettloff
Vom 17. - 27. November bietet das IFFMH wieder zahlreichen Filmen von jungen und unbekannteren Filmkünstlern aus aller Welt eine Leinwand. © IFFMH

Vermutlich erinnert sich jeder an den Film, für den man das erste Mal mit seinen Eltern das Kino besuchte. Als Kind, wie man das letzte Taschengeld mit allen Freunden zusammenkratzt hat, um diese megacoole Fortsetzung der Lieblingsreihe nicht zu verpassen. Als Jugendlicher, wie man im Kinosessel endlich die Hand des Schwarms aus der Parallelklasse halten darf.

Der Kinosaal ist ein Ort für Geschichten und für das Leben, sowohl auf der Leinwand als auch davor. Und das nicht erst seit kurzem.

Der Kinosaal als Ort für Geschichten. © Sebastian Weindel
Der Kinosaal als Ort für Geschichten. © Sebastian Weindel

Prägende Kino- und Filmkultur

Seit vielen Generationen erleuchtet Kino- und Filmkultur die Gemüter der Besucher. Seit dem späten 19. Jahrhundert versuchen Mensch rund um den Planeten, die einzigartigen Erinnerungen und Erlebnisse, die das Leben so surreal, spannend oder einfach wunderschön werden lassen, auf Video einzufangen und mit anderen zu teilen.

Einen Film auf großem Screen zu sehen verändert für viele Menschen die Perspektive auf Geschichten und Erzählungen grundlegend. In Zeiten des Internets und des Komforts läuft die Entwicklung allerdings in eine neue Richtung.

Das IFFMH bietet die Gelegenheit auf eine ganze Welt voller Gleichgesinnter zu treffen. © Moritz Staudte
Das IFFMH bietet die Gelegenheit auf eine ganze Welt voller Gleichgesinnter zu treffen. © Moritz Staudte

Abseits des Mainstream

Der Markt hat sich komplett diversifiziert, der Konsum von Medien orientiert sich an Schnell, Zugänglich und Vergänglich, um Platz für das nächste zu schaffen. Fortsetzungen, Reboots und Neuauflagen schmücken die Welt der Blockbuster von Studios, die mit Millionenbudget gewappnet sind.

In Zeiten der unaufhörlichen Ablenkung ist die Aufmerksamkeit des Publikums und der Konsumenten ein umkämpftes Gut, das nur den Größten vergönnt ist.

Jedoch spielen sich Geschichten in allen Ecken der Welt und in den Köpfen aller Menschen ab. Es fällt schwer, die Orientierung zu behalten und Blick auf was Neues zu werfen. Doch es gibt Abhilfe: Das internationale Filmfestival Mannheim-Heidelberg (kurz: IFFMH).

Das IFFMH ist eines der sieben ältesten Filmfestivals weltweit. „Das kann man jetzt gut oder schlecht finden“, sagt uns Dr. Sascha Keilholz lachend, der Geschäftsführer des IFFMH, bei unserem exklusiven Interview „aber was uns total beschäftigt ist Innovation und Progression.“

Das IFFMH ist eines der wichtigsten Filmfestivals Deutschlands. © Sebastian Weindel
Das IFFMH ist eines der wichtigsten Filmfestivals Deutschlands. © Sebastian Weindel

Eines der wichtigsten Filmfestivals Deutschlands

Seit den 50er Jahren hat das Festival es sich zur Aufgabe gemacht, den jungen und unbekannteren Filmkünstlern von allen Kontinenten der Welt eine Bildfläche zu verschaffen.

Bis heute zählt das Event als eines der wichtigsten Filmfestivals Deutschlands.

Von Donnerstag, dem 17. November bis zum Sonntag 27. November werden in zahlreichen Kinos in Mannheim und Heidelberg sowohl neue, als auch alte Filme gezeigt, denen es sonst eher schwer fällt, Aufmerksamkeit bekommen.

Als sogenanntes dezentrales Festival, finden die Vorstellungen in verschiedenen Spielstätten statt. © Sebastian Weindel
Als sogenanntes dezentrales Festival, finden die Vorstellungen in verschiedenen Spielstätten statt. © Sebastian Weindel

Das bedeutet nicht nur ruhige, dialoglastige Schwarz-Weiß-Filme, sondern auch schnelle Actionfilme, lebhafte Jugendgeschichten oder bunte Queer-Erzählungen. Das IFFMH bietet die Gelegenheit, über den Tellerrand hinauszublicken, seinen Horizont zu erweitern und dabei auf eine ganze Welt voller Gleichgesinnter zu treffen.

Als dezentrales Festival, sprich ein nicht auf ein Gelände begrenztes Festival, bewegt man sich frei und ungebunden von Kino zu Kino, trifft Leute, diskutiert über das Gesehene und freut sich auf das noch Kommende.

Ohne Aufdringlich zu sein, wird einem die Gelegenheit geboten, viel Neues zu sehen und den Flair des Kinoerlebnisses zurückzubringen.

Ein passioniertes Team stellt eigenhändig das Programm für das 10-tägige Filmfestival zusammen. © Sebastian Weindel
Ein passioniertes Team stellt eigenhändig das Programm für das 10-tägige Filmfestival zusammen. © Sebastian Weindel

Passioniertes Team

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Ein Herz für Live-Musik. Lange mussten wir darauf warten. © Thorsten Dirr

Hinter dieser Maske des Events steckt ein Team, dass mit Herz und Passion die Filme eigenhändig auswählt. Regelmäßig werden Filmemessen in Cannes, Berlin oder Venedig besucht, man unterhält sich mit Studios, Regisseuren, Kameraführern und Autoren, um das bestmögliche, facettenreichste Programm in den zehn Tagen bereitzustellen.

Die Energie, die von jedem Einzelnen des Teams reingesteckt wird, spiegelt sich in der Qualität und dem Umfang der Planung und Organisation des Festivals wieder.

Das IFFMH möchte die gemeinschaftliche Passion des Kinoerlebnisses wiederbeleben, ob jung oder alt. „Man muss Offenheit ausstrahlen, zeigen: Wir sind da!“ erklärt Sascha und erzählt, wie er und sein Team mit zahlreichen Partnern wie Kunsthallen, Nationaltheatern, aber auch Hochschulen oder Messen zusammenarbeitet, um jedem die Möglichkeit zu geben, das Festival zu besuchen.

Die Festival Lounges, wie hier im Mannheimer Stadthaus, bieten Raum für Gespräche unter Filmliebhabern. © Moritz Staudte
Die Festival Lounges, wie hier im Mannheimer Stadthaus, bieten Raum für Gespräche unter Filmliebhabern. © Moritz Staudte

Einzigartige Gelegenheit  für Filmemacher und Filmenthusiasten

Mit prominenten Ehrengästen, gemütlichen Festival Lounges im Mannheimer Stadthaus oder dem Heidelberger Karlstorkino und exklusiven Filmen, die das erste Mal und vielleicht nie wieder in Deutschland gezeigt werden, wird das IFFMH zu einer einzigartigen Gelegenheit.

Ins Gespräch kommen mit den Filmemachern und Filmenthusiasten gleichzeitig, „sowas geht nur auf dem Festival“.

Wie auf der Leinwand, hat auch das Festival einen Höhepunkt. Mit zahlreichen Preisverleihungen – ausgewählt von internationalen Profijuroren sowie jugendlichen Nachwuchsjuroren aus Mannheim, Heidelberg und der Region – oder einem Zuschauerpreis, bei dem die Stimme jedes Besuchers zählt, werden die beeindruckendsten oder originellsten Filme gekürt.

Wer ein Teil des Events sein und ein paar Abende in den Kinosälen der Region verbringen möchte, kann ab dem 3.November online Karten erwerben, wobei es Einzelkarten und Tickets für jede Vorstellung im Zeitraum des Festivals (Festivalpass) gibt. Probiert es aus!

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